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Maklia

Aus der Praxis

Eine Nacht, ein Objekt, fünf Aufgaben.

In der Nacht auf den 16. August 2026 haben wir Maklia zusammen mit dem KI-Konnektor von onOffice an einen Objektdatensatz gelassen und dabei den Bildschirm mitlaufen lassen. Fünf Chats, fünf Filme, in der Reihenfolge, in der sie entstanden sind.

Nichts davon ist nachgestellt. Dieselben Klicks, dieselben Rückfragen, dieselben Texte. Die Stellen, an denen etwas nicht geklappt hat, stehen mit auf dieser Seite, weil sie zum ehrlichen Bild dazugehören.

Die Ausgangslage

  • Das Büro Ein Maklia-Zugang mit hinterlegtem Designsystem, ohne Stilprofil und ohne eigene Rollen. Der Stand, mit dem ein neues Büro startet.
  • Das CRM onOffice enterprise, angebunden über den offiziellen KI-Konnektor von onOffice. Beide Konnektoren liefen im selben Chat nebeneinander.
  • Das Objekt Eine 2,5-Zimmer-Altbauwohnung in der Würzburger Sanderau, 81 m², Baujahr 1926, 329.000 €. Ein Demo-Datensatz, der nie veröffentlicht wurde.
  • Die Fotos Fünf benannte Aufnahmen am Objekt, dazu sechs unbenannte Import-Reste. Genau die Mischung, die man in echten Beständen findet.

Eine Regel galt durchgehend: pro Chat eine Aufgabe, eine Rolle.

Kapitel 1 · Maklia Exposé

Portaltexte aus dem Datensatz

„Wir haben eine Wohnung neu in der Vermarktung. Die Beschreibung im Datensatz ist noch der Platzhalter aus dem Import. Zieh dir die Daten aus onOffice und schreib mir die Texte für die Portale.“

0:57 Minuten, ohne Ton, sechsfach beschleunigt. Der Film reicht bis zu den fertigen Texten, das Nachfassen im CRM danach steht nur hier daneben.

Maklia holt den Datensatz, sagt „Ich schaue kurz, ob es dafür ein Maklia-Briefing gibt“, lädt die Rolle und schreibt dann immer noch nicht. Zuerst kommen drei Funde.

Im Feld für sonstige Angaben liegt das komplette Aufnahmeprotokoll, samt Verkaufsmotiv und den Wünschen der Eigentümerin. Dieses Feld geht an die Portale. Der Energieausweis fehlt vollständig, was ohne Pflichtangaben ein Inserat blockiert. Der Platzhaltertext verkauft die Nutzfläche als zusätzlichen Stauraum, obwohl es dieselben 81 m² sind, im Import doppelt eingetragen.

Für den dritten Punkt verlässt Maklia sogar das CRM: Der Platzhalter nennt die Lage „ruhige Wohngegend“, die Straße ist laut Stadt-Wiki eine Hauptverbindungsstraße. Statt die Behauptung zu übernehmen, wird sie geprüft.

„Gut, dass ich nachgesehen habe: Der leere String wurde stillschweigend verworfen, nutzflaeche steht noch auf 81. Ich setze sie auf 0.“

Dieser Satz kommt nach dem Schreiben, ungefragt. Er ist bei der onOffice-Schnittstelle genau das, worauf es ankommt: Ein Schreibvorgang meldet auch dann Erfolg, wenn der Wert nicht angekommen ist.

Kapitel 2 · Maklia PDF

Energieausweis eintragen, Exposé erzeugen

„Der Energieausweis ist da: Verbrauchsausweis, 118,4 kWh/(m²·a), wesentlicher Energieträger Erdgas, gültig bis 30.04.2033. Trag das im onOffice ein und mach mir danach das PDF-Exposé in unserem Design.“

1:53 Minuten, ohne Ton. Am Ende wird das fertige PDF geöffnet.

Maklia trägt ein und legt dabei drei Entscheidungen offen: onOffice kennt keinen Schlüssel für „Erdgas“, also wird „Gas“ gesetzt. Die Effizienzklasse stand nicht in der Anfrage, sie wird aus dem Kennwert abgeleitet, mit der Bitte um Gegenprüfung. Das Baujahr stand bereits richtig im Datensatz.

Vor dem Rendern kommt ein Widerspruch ans Licht, den kein Feld meldet:

„Das Titelbild heißt im CRM ‚Wohnzimmer mit Stuck und Fischgrätparkett‘, die Objektbeschreibung spricht dagegen von aufgearbeiteten Dielenböden. Eins von beidem stimmt nicht.“

Danach entsteht das Exposé: fünf Seiten A4 im Design des Büros, Deckblatt mit Kennzahlen, Datenseite, Texte, Bildstrecke, Rückseite. Am Ende des Films wird es im Browser geöffnet und durchgeblättert.

Beim späteren Gegenlesen über die Schnittstelle zeigte sich allerdings auch, was nicht angekommen ist. Das steht weiter unten.

Kapitel 3 · Maklia Social Media

Ein Post, dazu die Bildempfehlung

„Für die Wohnung brauche ich noch einen Instagram-Post. Daten und Texte stehen im CRM, sag mir auch, welches Foto ich nehmen soll.“

0:32 Minuten, ohne Ton.

Der Post kommt mit Anlass und Ziel vorweg, mit Faktenzeilen, mit den Pflichtangaben in einem eigenen Block. Bemerkenswert ist eine Zeile mittendrin: „Kein Balkon, keine Terrasse, kein Aufzug.“ Die Schwächen des Objekts stehen im Post, nicht im Kleingedruckten.

Dazu die Bildempfehlung mit den Dateinummern aus dem CRM, eine Reihenfolge für die Karussell-Fassung und der Hinweis, dass sechs Dateien keine sprechenden Titel haben und selbst gesichtet werden müssen.

„Nimm das Titelbild als Einzelbild, es zeigt genau das Merkmal, das den Post trägt. Für eine Karussell-Fassung würde ich anschließen: Küche, Schlafzimmer, Bad, Innenhof.“

Am Ende der Hinweis, dass für dieses Büro noch kein Stilprofil hinterlegt ist, samt Angebot, drei bis fünf typische Posts einzulesen und künftig in der Stimme des Büros zu schreiben.

Kapitel 4 · Maklia Startcheck

Was vor der Veröffentlichung fehlt

„Bevor das Objekt online geht: was fehlt noch? Geh es einmal durch, als wärst du der Kollege, der die Freigabe erteilt.“

1:01 Minuten, ohne Ton.

Drei Blocker kommen zurück. Die Provisionsangaben widersprechen sich, sodass das Objekt auf den Portalen als provisionsfrei ausgespielt werden könnte. Am Objekt hängt keine einzige Adresse, es gibt also weder verknüpften Eigentümer noch belegte Vertragslaufzeit. Dazu der Widerspruch zwischen Titelbild und Objekttext aus Kapitel 2.

Der stärkste Moment steht in einem Halbsatz. Maklia liest die bestehende Aufgabe im CRM mit und vergleicht ihre Behauptung mit dem Datensatz:

„Das Feld ‚Boden‘ ist übrigens leer. Die Aufgabe behauptet, Parkett sei bereits eingetragen, im Datensatz steht es nicht.“

Auf Zuruf trägt Maklia danach ein, was aus den Texten belegbar ist, und lässt bewusst weg, was Interpretation wäre: Ein Foto mit dem Titel „Schlafzimmer“ ist kein Beleg dafür, dass es genau eins gibt. Der Rest geht als Kommentar an die Aufgabe im CRM.

Kapitel 5 · Der Stand am Objekt

Vier Abfragen, eine Antwort

„Wo stehen wir bei dem Objekt? Zeig mir die offenen Aufgaben und was heute am Datensatz geändert wurde.“

0:35 Minuten, ohne Ton.

Vier Abfragen, eine Antwort: der Datensatz mit direktem Link ins CRM, die offene Aufgabe mit Deadline und Priorität, die Bestätigung, dass weiterhin keine Adresse verknüpft ist, und die Änderungen des Tages als Tabelle mit Uhrzeit.

Auch hier bleibt Maklia bei dem, was das Protokoll hergibt:

„Das Protokoll nennt nur Modul, Aktion und Zeitstempel, nicht die konkreten Feldwerte. Welche Felder geändert wurden, siehst du im Objekt selbst unter ‚Änderungshistorie‘.“

Ein Satz in der Zusammenfassung stimmt trotzdem nicht, und zwar genau der, vor dem Kapitel 4 gewarnt hatte. Warum, steht im nächsten Abschnitt.

Was nicht rundlief

Drei Dinge, die wir erst beim Gegenlesen gesehen haben.

Nach den Chats haben wir jeden Schreibvorgang unabhängig über die onOffice-Schnittstelle nachgelesen, ohne den Konnektor. Das gehört zu jeder ernsthaften Prüfung dazu, weil die Schnittstelle auch dann Erfolg meldet, wenn ein Wert stumm verworfen wurde.

  • Ein Feld blieb leer. Der Energieausweis brachte ein eigenes Feld für das Baujahr laut Ausweis mit. Maklia sah in das reguläre Baujahrfeld, fand dort denselben Wert und schloss daraus, nichts tun zu müssen. Vier von fünf Angaben kamen an, diese eine nicht. Im PDF steht sie trotzdem richtig, weil sie von woanders gezogen wird.
  • Ein Kommentar landete woanders, als man ihn sucht. Der Nachtrag zur Aufgabe ging in den Kommentar-Thread, nicht in den Aufgabentext. Auf Nachfrage kam das klar heraus, samt Hinweis, dass Zugriffe über die Schnittstelle dem technischen Benutzer zugeschrieben werden, nicht der eigenen Person.
  • Ein falscher Satz wanderte weiter. Die Aufgabe im CRM behauptete, der Bodenbelag sei bereits eingetragen. Kapitel 4 hat das entlarvt, Kapitel 5 hat es trotzdem wieder übernommen, weil es dort aus derselben Aufgabe kam. Wer eine KI auf einen Datenbestand setzt, erbt dessen Fehler, bis sie jemand korrigiert.

Alle drei stehen inzwischen auf unserer Liste. Das erste und das dritte sind der Grund, warum jede Rolle Sie um Freigabe bittet, statt selbst zu entscheiden.

Was der Abend gezeigt hat

Die Funde waren echt, nicht gestellt.

  • Fehlende Pflichtangaben, ein doppelt eingetragener Flächenwert, ein Verkaufsmotiv im Portalfeld, ein Objekt ohne verknüpften Eigentümer, eine Aufgabe mit einer falschen Behauptung. Nichts davon war vorbereitet, alles steckte im Datensatz.
  • Der Weg zurück ins CRM funktioniert, er will aber gegengelesen werden. Genau das macht Maklia an mehreren Stellen von sich aus.
  • Maklia fragt nach, statt zu raten: bei der Provisionsangabe, bei der Effizienzklasse, beim Bodenbelag. Was es nicht belegen kann, trägt es nicht ein.
  • Die Fachrolle kommt von selbst. In den Filmen sehen Sie, wie Maklia das Briefing lädt, bevor es antwortet. Beim ersten Versuch am Vorabend war das noch anders, dazwischen liegt eine Änderung an genau dieser Stelle.

Transparenz zur Aufzeichnung

  • Das Objekt ist ein Demo-Datensatz in unserem eigenen onOffice, ohne Auftraggeber und ohne Veröffentlichung. Adresse, Kennzahlen und Texte wurden für die Aufzeichnung gesetzt. Die Anschrift, die in den Filmen zu lesen ist, gehört zu keiner realen Wohnung und zu keinem realen Angebot.
  • Die Fotos am Objekt stammen von Unsplash und wurden für diesen Zweck angehängt.
  • Die Filme laufen sechsfach beschleunigt, sonst wäre eine Nacht nicht ansehbar. Umgestellt wurde nichts, eingefügt wurde nichts, ausgetauscht wurde keine Antwort. Zwei Eingriffe gab es: Im ersten Film ist der Abschnitt herausgeschnitten, in dem andere Fenster über dem Chat lagen, deshalb endet er bei den fertigen Texten. Im zweiten Film ist die Download-Adresse des erzeugten PDFs unkenntlich gemacht.
  • Die Chats liefen in claude.ai mit zwei Konnektoren, Maklia und dem KI-Konnektor von onOffice. Für die Aufnahme standen alle Werkzeuge auf „immer erlauben“, damit der Ablauf sichtbar bleibt statt der Bestätigungsdialoge. Im Alltag empfehlen wir: Lesen läuft durch, Schreiben wird vorher gezeigt.
  • Rechtliche Hinweise in den Chats sind Hinweise, keine Rechtsberatung. Maklia sagt das in jedem Chat selbst dazu.